ich freue mich sehr, dass du dir die zeit nimmst, meinen blog zu besuchen. kritisches und lobendes, anregungen, ergänzungen und diskussionen sind willkommen!

mein dank gehört allen, die diese kleine insel in meinem alltag unterstützen!

Montag, 9. Mai 2011

boppi

in vielen schweizer dialekten gibt es spezifische, wunderbare wörter für wunderbare dinge. noch selten aber bin ich so unerwartet zu einem mir bisher unbekanntem wort gekommen - es fiel mit letzte woche buchstäblich vor die füsse.

M und ich verbrachten eine woche in den bündner bergen am julierpass. dort wanderten wir von mulegns ins val faller hinauf - eine bezaubernde hochebene mit einem kleinen valserdorf, das allerdings nur im sommer bewohnt wird.
wir waren bereits eine stunde lang unterwegs, steil aufwärts auf einem fahrsträsschen. M schob den kinderwagen tapfer den berg hinauf und der käfer schlief schon ein beachtlichen stück lang vor sich hin. niemandem waren wir bisher begegnet. da hörten wir ein näher kommendes motorengeräusch. es war ein "aebi" (die firma, die diese landwirtschaftsfahrzeuge herstellt, gibt ihnen meines wissens auch den namen), beladen mit mist.

im aebi drin sass ein alter bauer, sonnengebräunt und auch sonst viele spuren des bergbauerlebens und der sommermonate auf der alp im gesicht. nur zögerlich lehnte er aus dem bereits geöffneten fenster hinaus; umso kraftvoller kam seine frage und das anschliessende lachen:

"sölli ds boppi grad mitneh?"

seine liebevolle, jedoch rauhe männerstimme im bündner singsang und dieser so treffende ausdruck für unser bübchen, schlafend im kinderwagen, lassen mich vermuten, dass ich mit grosser freude einen neuen begriff in mein vokabular aufnehmen werde.
müsste man pro neues wort im aktiven wortschatz immer ein altes streichen, ich wüsste, welches.

Dienstag, 15. März 2011

erfrischend

es gibt immer wieder worte, die urplötzlich aus dem nichts auftauchen und dann in allen zusammenhängen gebraucht und missbraucht werden.
(ich meine nicht begriffe der jugendlichen - deren ausdrücke und redewendungen gleichen sowieso geheimsprachen, sobald man selbst seit drei jahren oder mehr als erwachsen gilt.)
(ich meine freilich auch nicht worte, die richtig (?) neu erfunden werden wie das verb "facebooken".)

ich denke vielmehr an worte, die es zwar schon immer gab, die aber plötzlich ihres unauffälligen daseins beraubt und zu richtigen popsternchen der wortspielereien aufsteigen.
ich spreche von worten, die aus dem bermudadreieck hervorgeschwemmt werden, aus einer ecke herunterfallen oder sostwie unter die menschen gebracht werden und sich nach ihrer implantation in unseren sprachgebrauch niedersetzen und ausbreiten.
ich weiss nicht woher sie kommen und ich weiss nicht, wer sie uns injiziert.

ein solches beispiel ist das wort erfrischend.

es war vor drei oder vier jahren im sommer, als plötzlich getränke und selten auch speisen (insbesondere solche mit minze) als erfrischend galten. es gehörte zum guten ton, etwas zu loben und es erfrischend zu finden. vielleicht war es auch eine verlegenheitslösung, weil die selbstgemachte bowle der nachbarin nach nichts schmeckte oder man den caffè freddo in der annahme bestellte, einen kafi schnaps zu bekommen und sich der freddo als eiswürfel herausstellte. wie auch immer, in jenem sommer war es noch erträglich.
es folgten dann die jahre einer ständigen zunahme des wortes erfrischend. farben von vorhängen waren erfrischend, brautkleider waren erfrischend, salat war erfrischend, eine tv-sendung war erfrischend, joggen war erfrischend, düfte waren erfrischend (natürlich!), desserts waren erfrischend (und wie! die fettesten cremes! so erfrischend!)... erfrischend machte die runde.

mit zunehmender erfrischung wuchs meine verwunderung. wie konne das geschehen? wie war "erfrischend" in unser leben getreten? wer hatte begonnen, es in - bei längerem hinsehen - nicht nachvollziehbaren zusammenhängen zu sagen? und könnte es gelingen, selber einen solchen hype zu starten mit einem anderen wort? ... wie wäre es zum beispiel mit "seicht"?

heute abend erreichte mein kopfschütteln über das wort "erfrischend" einen nie zuvor erreichten radius. schreibt doch nicht steven schneider seiner schreiber in der coop-zeitung, ihre mongolischen rennmäuse seien "ganz erfrischende tierchen".
arrrgh, igitt. das war einfach nur seicht!

Montag, 14. März 2011

bern II - ein montagmorgen in der innenstadt

ein grosser vorteil der bezahlten teilzeitarbeit ist die verlängerung des wochenendes bis zum dienstagmorgen.

der vorteil besteht insbesondere darin, den wochenbeginn nach eigenem gusto zu gestalten - unter berücksichtigung der käferlaune, des käferhungers und des käferschlafes natülich. nun gut, unter berücksichtigung des käfers im allgemeinen lässt sich der wochenbeginn jedenfals ein stückweit gestalten, den gusto streichen wir: eigener gusto.

nachdem der käfer von der ersten wachen minute an nach abwechslung heischend gespielt und gegessen hatte, waren die interessanten spielsachen und die interessanten teile des frühstücks um 8.30 uhr schon verbraucht.
bewaffnet mit einkaufsliste und kinderwagen, ging ich durch die morgendliche frühlingssonne in die innenstadt. ein herrlicher tag!

bern ist eine wunderbare montagmorgenstadt (vergleiche habe ich natürlich keine)!
die läden waren noch geschlossen. ich ging mit meinem take-away-kaffee durch die lauben. die zertretenen konfetti am boden zeugten vom vergangenen wochenende. laster fuhren vor, brachten ware für die woche und holten abfall. menschen auf fahrrädern waren auf dem weg zur arbeit. menschen zu fuss waren auf dem weg zur arbeit - sie, im gegensatz zu mir, mit strengem, etwas mürrischen schritt. einige alte mit seniler bettflucht waren auf dem weg zum kaffeekränzchen im migros-restaurant.

es schlug 9.00 uhr. ich schob den kinderwagen in den ersten laden, über glänzende böden, an kartonschachteln vorbei. frauen bückten sich und holten dinge aus den kartons, legten sie auf regale, rückten sie zurecht. eine mitarbeiterin verbrachte gefühlte 5 minuten damit, eine hippe einkaufstasche auf einem regal zu präsentieren. an der kasse fluchte eine junge frau, überschminkt, wohl müde vom wochenende. sie kämpfte mit kassenzettel und verhedderte ihren schmuck darin. eine andere konnte mir keine auskunft darüber geben, ob es in einer anderen filiale derselben warenhauskette eine grössere auswahl des von mir gesuchten gäbe. da müsse ich selbst schauen gehen. als würde ich mich von ihr hetzen lassen...

später dann ein weiterer beweis, dass es montagorgen war: ein junger typ, beim geldautomaten nr. 2 anstehend, obwohl nr. 1 und nr. 3 frei und funktionstüchtig waren. auch er hatte wohl noch konfetti im kopf.
dann eilten die ersten arbeitenden hektisch durch die kaffeepause - rasch einkaufend und kaffee trinkend kreuzten sie meinen weg, um wieder zurück an ihre computer zu gelangen.

ich schlenderte weiter. es war entzückend! der käfer plauderte zufrieden vor sich hin und wurde nur dann unruhig, als ich für ihn in der frühlingsmode wühlte (die abneigung neuen kleidern gegenüber scheint zu meinem leidwesen genetisch veranlagt zu sein).

dann hatte der käfer die ehre, einen überteuerten keks von georges clooney angeboten zu bekommen während seine mama kaffee degustierte ("wollen sie noch einen kaffee degustieren?" fragen die künstlichen kaffeespezialistinnen jeweils, nachdem sie mir für einige gramm kaffee in schöner verpackung sehr viel geld abgenommen haben. "nein, ich will mir nur den kaffee sparen, den ich um diese tageszeit sonst trinke! den kann ich mir angesichts ihres überteuerten produktes nämlich nicht im café nebenan leisten." eine solche antwort sparte ich mir für schlechtere tage. also degustierte ich.). den keks lehnte ich aber dankend ab.

als der käfer schlief, machte ich pause und gönnte mir den besten frischgepressten orangensaft der stadt.

als ich später mit einigen einkäufen, einem wachen aber bald hungrigen kind auf dem weg zur bushaltestelle war, um nach hause zu gehen. wurden die menschen unangenehmer und deutlich zahlreicher als am morgen. sie sprachen nicht miteinander. sie liefen kreuz und quer. sie starrten. sie hatten hunger und assen schreckliche dinge aus verpackungen mit grossen bissen. die woche hatte begonnen.

die moral von der geschichte? keine.
die woche beginnt eigentlich erst am montagmittag.
mein wochenstart ist gelungen. auch dank bern, montäglich erwachend.

Montag, 7. März 2011

nanosammeltrip

"möchten sie die nanos?" - "ja, gerne, danke!".
da habe ich sie. knisternde verpackung, verheissungsvoller inhalt, der ein ploppendes geräusch von sich gibt.

natürlich würde ich dem käfer, wäre er schon älter, verbieten, sich von der nanomania anstecken zu lassen, die dinger zu sammeln, in der kita zu tauschen. natürlich würde ich, wäre er schon älter, mich nicht von ihm drängen lassen, möglichst immer in den nano-laden anstatt in den geschirrmärkli-laden einkaufen zu gehen. natürlich würde ich, wäre er schon älter, nicht an einem bestimmten tag einen bestimmten betrag ausgeben um den kreativsten aller spezialnanos zu kriegen. natürlich würde mein käfer das verstehen und sich mit anderen spielsachen beschäftigen.
natürlich.

in den letzten wochen habe ich bei jedem einkauf im nano-laden "ja, gerne, danke!" gesagt und die dinger eingesteckt. für mein gottemeitschi und ihre geschwister. die sind in einem alter, in denen man bestimmt sowas sammelt, dachte ich.
heute sammelte ich nun alle gesammelten nanos in der küche und in meinen handtaschen ein, um sie für das nächste treffen mit dem gottemeitschi bereit zu legen. sie waren alle noch einzeln verpackt.
es juckte mich unter den fingernägeln - wie viele ich wohl hatte? sollte ich sie auspacken?

natürlich tat ich es nicht. der käfer räumte die knister-nanos aus dem kleinen sack aus und wieder ein, schüttelte sie und warf sie um sich. zum glück hatte ich der verpackung widerstehen können! meine gedanken kreisten um die geschichten rund um die verschluckten nanos (die sendung kassensturz sei hier besonders erwähnt; stets zur stelle, wenn es darum geht, ängste und ärger zu schüren.).

und wie ich so dasass und den spielenden käfer betrachtete, wie er nichts ahnend mit den verpackten nanos spielte, überkam mich einmal mehr eine wut über diese geschäftsidee. die geschäftsidee, via kindersammeltrip zum nanosammeltrip zu mehr umsatz zu gelangen, ist ethisch schlicht verwerflich!

Ms kommentar zur nanomania: "ich würde das zeugs mit unserem kind schon nur deshalb sammeln, weil ich selber der sammlertyp bin!"
und da war sie, meine zukunfts(horror)vision:
(fünf jahre später) wir zwei, bis in die nacht hinein darüber streitend, ob wir nun am folgenden tag für mindestens 750.- franken einkaufen gehen sollten, um den letzten von 138 punkten zu sammeln, der uns berechtigen würde, nach dem ferngesteuerten helikopter und dem ferngesteuerten polizeiauto auch noch den ferngesteuerten kran (made in china) abzuholen.

natürlich würde ich mich in diesem streit durchsetzen. natürlich würde M meine argumentation nachvollziehen können und vernünftig werden. natürlich würden wir gut damit leben können, die punktekarte kurz vor der ziellinie nicht voll gekriegt zu haben. natürlich würden wir dem sechsjährigen käfer gut erklären können, wieso er den ferngesteuerten kran nicht bekommt, von dem im kindergarten alle schwärmen.
natürlich.

p.s. sehr lesenswert zum thema nanosammeltrip ist jeannette kusters text im mamablog: http://blog.derbund.ch/mamablog/index.php/15362/die-plastikpillen-sucht/

Sonntag, 6. März 2011

frühling

es ist frühling, daran besteht kein winziger zweifel.
  • auf dem spielplatz beim wald in unserer nähe hatte es heute nachmittag alte menschen auf parkbänken, mittelalterliche auf dem spaziergang und kinder auf der schaukel. die hunde streunten, die vögel pfiffen und zwei familien spielten gegeneinander kubb (infos unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kubb - ein wirklich tolles spiel!).
  • der käfer ist fröhlicher denn je.
  • während der halben stunde, die ich heute nachmittag lesend auf unserem windgeschützten balkon verbracht habe, war mir angenehm warm. ich trug einen pullover.
  • in den warenhäusern gibt es grüne, gelbe und orange dekorationen für die wohnugstür.
  • als ich letzte woche verschlief, merkte ich dies daran, dass es schon hell war, als ich erwachte.
  • der käfer konnte heute zum ersten mal dreirad fahren. ... gestossen werden.
  • die regale leuchten rot; erdbeeren aus spanien.
  • die ständeratsersatzwahl für den sitz von simonetta sommaruga wurde im zweiten wahlgang entschieden.
  • ich denke mir aus, auf welchen spielplätzen der käfer bald spielen wird.
  • ich überlege mir ernsthaft, die fenster zu putzen!
  • ich habe peter stamms "ungefähre landschaft" glücklicherweise zu ende gelesen. es ist ein winterbuch, das porträt einer jungen frau, die nördlich des polarkreises lebt. das beschriebene dorf mit seiner drei monate andauernder dunkelzeit hätte so gar nicht in diesen wunderbaren frühlingsanfang gepasst! ob es da bereits wieder heller ist?
und woran merken andere menschen in anderen leben, dass es frühling ist?

Sonntag, 27. Februar 2011

davor

genau heute vor einem jahr hätte der käfer zur welt kommen sollen. in der fachsprache nennt sich dieses datum "errechneter geburtstermin". ein solches datum entsteht ziemlich zufällig, wenn man bedenkt, dass weibliche zyklen nicht ganz so regelmässig wie mondphasen sind - jedenfalls meiner ist das nicht. dann werden auf einem ultraschallcomputermessgerät zwei punkte fixiert - irgendwo am ende und am anfang eines kleinen crevettchens, das acht wochen alt in einer fruchtblase schwimmt. die verbindung der zwei punkte misst dann eine grösse, die wiederum aufschluss über das genaue (taggenaue!?) alter des crevettchens gibt.
geht man dann von 40 wochen schwangerschaft aus, errechnet sich ein geburtstermin in weiter ferne.

der langen ausführung kurzer sinn: der geburtstermin des käfers war der 27. februar 2010 (da das geburtsjahr des käfers kein schaltjahr war, erübrigte sich die frage, ob er ein glücklicher oder unglücklicher am-29.-februar-geborener werden könnte).

es war ein sonniger tag, wenn doch ein kalter. es war samstag und wir hatten den auftrag, uns in unserem geburtsspital einen termin für eine untersuchung geben zu lassen. die tatsache, dass man dort anrief, um zu fragen, um welche uhrzeit die anwesenden hebammen wohl gerade zeit finden würden, um mich und die käferherztöne zu untersuchen, suggerierte, dass in diesen räumen dinge vor sich gingen, auf die auch M und ich sehnlichst und doch auch etwas ängstlich warteten.

wir bekamen einen termin am späten morgen. es schienen an diesem tag keine mittagskinder erwartet zu werden. und doch war mir etwas mulmig zumute auf dieser gebärstation. wann würde ich hier selber schreien? wie würde das unvorhersehbare realität werden?

wir hielten uns eine stunde in diesen räumlichkeiten auf. 20 minuten lang zeigten die käferherztöne ein gesundes, entspanntes auf und ab. 20 minuten lang zeigte meine gebärmutter bei den messungen, dass sie nicht im geringsten an eine geburt dachte. von wegen errechneter geburtstermin...

ein nettes hebammengespräch und gebärsaalluftschnuppern später kamen M und ich glücklich aus dem gebärsaal heraus. es war eine ausserordentlich nette hebamme gewesen, ein richtiges bärnermeitschi, das sehr pragamatisch und humorvoll mit unserer situation umzugehen wusste. sie war nicht einfach nett, sie machte uns zuversichtlich und gut gelaunt. wir wussten nun, dass es unserem kind gut ging. wir hatten eines dieser kleinen babybettchen gsehen, in dem unser neugeborenes bald liegen würde. und wenn ich an alles dachte, was vor dem "danach" kommen würde, war ich eigentlich auch nicht unglücklich, dass der käfer noch etwas drinblieb und ich ohne schmerzen wieder an die sonne treten konnte.

wir spazierten dann durchs quartier - ich in gemässigtem tempo. wir gingen zu freunden, um babykleider abzuholen und kuchen zu essen. wir gingen in die apotheke, um uns den wehentee mischen zu lassen, den uns die hebamme empfohlen hatte. und wir machten noch einige andere nebensächliche dinge.
rückblickend ist das "davor" ein beinahe nicht beschreibbarer zustand. wir sprachen von vorfreude, von bald-nicht-mehr-warten-können. aber worauf?

die spannenden tage "davor" machten die furcht vor der geburt erträglich, ja, die sehnsucht überrollte die furcht sogar. wir dachten nicht daran, was alles schwierig werden könnte. wir dachten kaum darüber nach, was danach sein würde.
der käfer sollte einfach kommen. schliesslich war es sein termin!

als die liebe hebamme vom hebammengespräch drei tage später zu ihrem nachmittagsdienst erschien, kam sie in unseren gebärsaal und sagte vorwurfsvoll-grinsend: "jetzt hättet ihr also auch noch gerade warten können, bis ich zu arbeiten beginne!!"

Mittwoch, 16. Februar 2011

von metzgern und anderen entwicklungsschritten

nach entwicklungspsychologisch womöglich wichtigen, für uns erwachsenen jedoch unwahrscheinlich anstrengenden wochen mit dem käfer ist am heutigen - anonsten nebensächlichen - tag etwas erwähnenswertes geschehen.

wenn ein kind zur welt kommt, oder eigentlich auch bereits, wenn es im mamabauch heranwächst, werden viele daten erhoben. grösse, lage (im bauch), gelbstich, blutzucker und vieles anderes. die datenerhebung setzt sich dann auf freiwilliger basis fort - als pflichtbewusste mama kann man das heben des kopfes, das erste mal greifen nach der kaffeetasse und das erste gesagte wort (also öuöuö) mit datum erfassen.
später machen die kinder dann sowas ja selbständig in diesen "meine freunde"-bücher, die in der klasse herumgereicht werden. 
lieblingsessen: ketchup mit hörnli
lieblingsserie: spongebob
lieblingstier: ameisli (aber nicht die roten)
undsoweiter.
in dieser kategorie der datenerhebung ist unser käfer ja nun doch noch nicht ganz angelangt. wir stecken eher noch bei den freiwilligen notizen fest, in denen die mama wichtige ereignisse mit datum erfasst.

nun ja. der käfer wird in zwei wochen jährig und für mich als seine mama schwang bei diesem ereignis dann doch das bewusstsein mit, dass wir nun nicht mehr für ein winziges, sondern fortan für ein kleines menschlein sorgen werden. ein kleines kleinkind sei das dann halt - so wäre ich das thema entspannt mit der ersten kerze auf dem geburtstagskuchen angegangen.
2. märz 2011: von nun an kleinkind.

aber am heutigen tag - zwei wochen zu früh - beschloss ein anonymer, netter mann, mittelalterlich und vielleicht mit blutflecken an der schürze, dass er es sein sollte, der den tag bestimmt, an dem der käfer in eine neue phase seines noch frischen leben eintreten sollte.
nichts ahnend ging M, den käfer vor sich hinschiebend, in die quartiermetzgerei einer doch eher ruhigen, womöglich überalterten wohngegend. der metzgermeister - die blutverschmierten, kräftigen hände an der zuvor weissen schürze abputzend, bekam beim anblick der beiden fleischliebenden herren einen sanften gesichtsausdruck. nachdem M seinen einkauf bezahlt hatte, erklang sie, die entscheidende frage: "ist er schon gross genug, um ein scheibchen wurst zu bekommen?"
M bejahte und so schnitt der metzger dem kleinen käfer das erste stück lyoner seines lebens ab.
und der glückliche kleine käfer ass das scheibchen mit grossem genuss.

erste lyonerscheibe vom metzger erhalten: 16. februar 2011