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Sonntag, 16. Januar 2011

ein abend zu zweit

gestern abend gingen M und ich weg.

was nach entspannung, abwechslung und zweisamkeit klingt, war zeitweise harte arbeit.
wir hatten für den käfer dessen grossmutter bestellt; zuverlässig und käfermotiviert traf sie bereits am späten nachmittag ein. unsere absicht war es, in der frühen abendvorstellung unsere zu weihnachten geschenkt bekommenen kinogutscheine zu nutzen und danach klein und fein essen zu gehen.

so selten gemeinsame abende ausserhalb unserer wohnung geworden sind, so durchdacht und vorbereitet müssen sie dann sein!
besonders anstrengend und zeitintensiv war die phase nach der feststellung, dass M sich nicht für denselben kinofilm interessiert wie ich. was tun? kinderlos und kinogängig, wie ich früher gewesen war, hätte ich mich wohl ihm zuliebe auf eine jolie actionunterhaltung eingelassen. doch den gemeinsamen kinobesuch, das wurde uns vor der käfergeburt eingetrichtert, muss nun besonders genossen sein. ergo muss der film etwas hergeben und vor allem auf beiden wunschlisten gestanden haben.
also suchten wir im internet nach lösungen. die gab es nicht!
nach dem kinoprogramm studierten wir das theaterprogramm. nach dem theaterprogramm (keine tickets mehr) studierten wir das angebot an vorträgen, konzerten, ausstellungen. das galeriewochenende entsprach nicht unserer vorstellung von zweisamkeit (was hätte es uns gebracht, mit zu vielen menschen weisswein trinkend ein paar zufällige blicke auf bilder zu erhaschen?). es fanden keine vorträge statt und denjenigen über yoga hatten wir schon verpasst (hätte um halb 11 uhr morgens stattgefunden).
es war nichts los! bern war schläfrig, januarverlocht, langweilig - zum ersten mal hätte ich einem zürcher beigepflichtet, wäre einer da gewesen.

es konnte doch nicht wahr sein! wir hatten einen langen, zweisamen abend vor uns; der konnte doch keinesfalls daran scheitern, dass wir uns nicht auf einen film einigen würden?!
gerade, als ich beschlossen hatte, dass wir uns einen laaangen, mehrgängigen restaurantbesuch einstellen werden (was so falsch auch nicht sein konnte), schaute ich mir nochmals - wieso eigentlich? - das kinoprogramm an. da entdeckte ich einen klassischen kompromissfilm; nicht viel versprechend, aber neugierig machend. nicht mein wunschfilm, aber einer, den ich gerne sehen wollte. als ich M fragte, wieso er ihn ausgeschlagen hatte, sagte der, das habe er gar nicht. und so einigten wir uns - plötzlich unkompliziert und beidseitig mit kleiner gewordenen ansprüchen - auf "small world", eine verfilmung meines liebsten suter-romans.

was war geschehen? hatten wir gar nie über den film diskutiert? hatten wir ihn, am ende der seite stehend, übersehen? war ich davon ausgegangen, dass M ablehnen würde und hatte ihn daher gar nicht ins Auge gefasst?
diese fragen werden ungeklärt bleiben.

geklärt ist jedoch, dass abende zu zweit einem enormen erwartungsdruck ausgesetzt sind; einerseits, weil das leben als paar doch so gepflegt sein will (fundament der familie, aha!) und andererseits der seltenheit wegen.
doch eigentlich ist das nicht wichtig. erwartungsdruck führt wohl kaum dazu, dass man den tollsten aller filme zusammen schaut, den ganzen abend tiefgründige diskussionen führt und sich dazwischen gegenseitig zum lachen bringt.

das leben als paar lässt sich im alltag, zu hause, mit kleinen dingen und einzelnen augenblicken pflegen. und die seltenheit von abenden zu zweit im ausgang führt zu erwartungen, die man minder hätte, wären diese abende häufiger.

nun gut, dann lassen wir sie häufiger werden!

p.s. der film war gut und vor allem gut gemacht (was bei der umsetzung einer romanverfilmung gründlich misslingen könnte). die schauspielerische leistung von gérard depardieu ist brillant, finde ich. ich mochte ihn als koni sehr.
das anschliessende abendessen im 'le carrousel' in der länggasse war klein und fein und unglaublich gemütlich.
bei der rückfahrt mit tram und bus ereignete sich... naja... ein weiteres missverständnis zwischen M und mir. aber auch dieses verlief glimpflich und wir kamen entspannt und zweisam zum schlafenden käfer zurück.

2 Kommentare:

  1. na dann..., lassen wir sie häufiger werden! da isch no ä guetschiin inkl. chäfer hüete offe! warte uf terminvorschläg...

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  2. ja! JA! juhui! sehr bald und sehr gern - ich melde mich;-)

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